
Verständnis von Psychosen
Selbsthilfemaßnahmen
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Wenn Sie in eine psychotische, manische oder depressive Krise geraten, können einige Selbsthilfemaßnahmen helfen:
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- Wichtig ist es, in gewohnter Umgebung zu sein mit Menschen, die Ihnen vertraut sind, ohne zu viel von Ihnen zu fordern.
- Es kann hilfreich sein, gewohnte Aktivitäten beizubehalten.
Bei depressiven Tendenzen sollten Sie sich für jede Kleinigkeit,
die Sie noch schaffen, loben und belohnen. Vermeiden Sie fremde
Maßstäbe, suchen Sie Ihre eigenen. Neigen Sie eher zu
Manien, versuchen Sie herauszufinden, wie Ungewöhnliches auch
im Alltag zu integrieren ist. Immer gilt: Sie müssen Ihre eigenen
Maßstäbe finden.
- Gut ist es, wenn Sie eine therapeutische Person haben, auf deren
Beziehungs- und Tragfähigkeit Sie sich verlassen
und deren Urteil Sie trauen.
- Wenn Sie Medikamente brauchen und nehmen wollen, bestehen Sie
auf einer sorgfältigen Auswahl und Abstimmung, auch wenn
möglicherweise mehrere Versuche nötig sind, bis das für Sie
passende Medikament und seine optimale Dosierung gefunden ist. Achten
Sie auf Nebenwirkungen und besprechen Sie alle Reaktionen Ihres
Körpers mit Ihrem Arzt. Er sollte Ihnen zuhören, auch
wenn es lange dauert.
- Lassen Sie sich nicht einreden, Ihre Krise sei nur körperlich
bedingt. Verweisen Sie auf den differenzierten Umgang
von Internisten mit Fieber, verlangen Sie auch ein Nachdenken über
die Hintergründe des aktuellen Konflikts.
- Wenn Sie an einer Psychoedukation teilnehmen, hören Sie
gut zu: Sie werden entdecken, dass auch das Wissen der Psychiater
relativ begrenzt ist. Die wirklichen Antworten lassen sich am besten
im Dialog finden.
- Achten Sie auf die für Sie persönlich wichtigen Frühsignale,
versuchen Sie aber, sich nicht dauernd durch die Krankheitsbrille
zu beobachten. Das kann nur verwirren und das schönste Leben
vermiesen. Suchen Sie auch Selbsthilfegruppen auf, um gemeinsam
auf sich aufzupassen – das macht mehr Spaß. Oder kommen Sie
einmal ins Psychoseseminar!
- Achten Sie auf Ihre Grundbedürfnisse: auf gesundes Essen
und Trinken, auf regelmäßigen Schlaf, auf frische Luft.
- Versuchen Sie einen Aktivitätsgrad zu finden, der für
Sie richtig ist – nicht zu viel und nicht zu wenig: Abwechslung,
aber nicht Verwirrung; Beständigkeit, aber nicht Monotonie.
Was für jeden ungesund ist (z. B. Schichtarbeit), ist i. d. R.
auch für Betroffene nicht besonders zu empfehlen.
- Achten Sie bei Kontakten und Beziehungen auf Ihre ganz persönlichen
Maßstäbe und Bedürfnisse: Wenige gute Freunde sind
besser als viele schlechte. Manchmal kann auch Rückzug schützen;
aber ein wenig Austausch braucht wohl jeder. Auch weiter entfernte,
aber zuverlässige Kontakte können Halt geben.
