Therapie von Bipolaren Störungen
Was gibt es für Nebenwirkungen?
Alle Medikamente zur Behandlung Bipolarer Störungen können
mit Nebenwirkungen verbunden sein. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt
v. a. von der Art und Dosis des Medikaments und von Ihrer persönlichen
Empfindlichkeit ab. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, dass
Sie gar keine oder möglichst wenig Nebenwirkungen haben. Dementsprechend
ist der Arzt darauf angewiesen, dass Sie ihm Ihr subjektives Erleben
schildern und ihn auf mögliche Nebenwirkungen hinweisen. Wenn Sie
solche Nebenwirkungen haben, bedeutet dies nicht automatisch, dass
das Medikament abgesetzt wird. Besprechen Sie alles weitere mit Ihrem
Arzt!
Worauf ich achten muss
Lithium
- Zittern der Hände (Tremor), vermehrtes Wasserlassen (Polyurie),
Durst, Gewichtszunahme, Schilddrüsenfunktionsstörungen (deshalb
Kontrollen notwendig), Konzentrationsstörungen und möglicherweise
Verschlechterung bereits bestehender Hauterkrankungen
- Bei einem zu hohem Lithiumspiegel kann es zur sog. Lithiumintoxikation
kommen. Symptome sind u. a. körperliche Verlangsamung, Schläfrigkeit,
Sprachstörungen und Gangstörungen. Dann muss sofort der Arzt
aufgesucht werden!
Valproat
- Magen- und Darmprobleme, Schwindel, leichte Gangstörungen, Appetit-
und Gewichtszunahme, eingeschränkte Leberfunktion und vorübergehender
Haarausfall
Carbamazepin
- Anfänglich Schwindel und Übelkeit
- Allergische Hautreaktionen, Haarausfall, Kopfschmerzen und Verminderung
der Natriumkonzentration können auftreten. Carbamazepin führt
selten zu Blutbildveränderungen, weshalb regelmäßige
Blutbildkontrollen unerlässlich sind.
Lamotrigin
- Anfänglich Schwindel und Müdigkeit
- Eine seltene Nebenwirkung ist die Ausbildung von allergischen Hautreaktionen.
In der Regel sind diese harmlos und klingen nach dem Absetzen
des Medikaments rasch ab. Äußerst selten kann sich ein sog. „Lyell-Syndrom“
(„Syndrom der verbrühten Haut“) entwickeln, das bei
Nichtbeachtung tödlich verlaufen kann.
Atypische Antipsychotika
- Je nach Medikament kann es zu beträchtlicher Gewichtszunahme
kommen. Unter einigen Atypika kann ein sog. metabolisches Syndrom entstehen.
Dies ist grob gesagt eine Kombination aus hohem Gewicht, erhöhten Blutfetten
und vergrößertem Bauchumfang. Ein metabolisches Syndrom kann
zu Folgeerkrankungen führen, v. a. zu Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.
Eine ungesunde Lebensweise mit fettreicher Ernährung, wenig Bewegung,
Alkohol und Rauchen trägt weiteres zur Entstehung bei.
Konventionelle Antipsychotika
- v. a. „Extrapyramidal-motorische Störungen“ (EPMS
= Störungen des Bewegungsablaufs, wobei Sie sich steif, schwer
und nicht mehr so beweglich fühlen) und „Tardive Dyskinesien“
(TD = nach Jahren auftretende Bewegungsstörungen der Gesichtsmuskulatur,
unwillkürliche Bewegungen anderer Körperteile). Menschen mit
einer Bipolaren Erkrankung sind für die motorischen Nebenwirkungen
oft sehr sensibel, so dass diese besonders häufig auftreten.
Antidepressiva
- Je nach Medikament können Schwindel, Schwitzen, Blutdrucksenkung/-erhöhung,
Mundtrockenheit, Magen-Darm-Probleme und Gewichtszunahme wie auch sexuelle
Funktionsstörungen auftreten. Zudem besteht die Gefahr, dass es unter
antidepressiver Therapie zu einem „Wechsel“ in die Manie kommen
kann.