Manchmal reicht eine ambulante Behandlung nicht aus, um die Krise zu bewältigen – eine stationäre Behandlung ist die notwendige Konsequenz. Viele Menschen – und nicht nur jene mit einer Psychose – verbinden allerdings viele Vorurteile und Ängste mit einer psychiatrischen Behandlung, speziell wenn sie auf einer Station erfolgt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie gut darüber informiert sind, was Sie erwartet.
Zu Beginn erfolgt ein Aufnahmegespräch, in dem Sie und Ihre Familie
ausreichend Zeit erhalten, Ihre Probleme zu schildern und zu besprechen.
Dann werden Ihnen einige Fragen zu verschiedenen Lebensbereichen und Krankheitsanzeichen
gestellt. Das hilft, Ihre Situation besser zu verstehen und Sie und Ihre
Familie besser kennen zu lernen. Im Aufnahmegespräch wird mit Ihnen
auch über eine medikamentöse Behandlung gesprochen. Ihre positiven
oder negativen Erfahrungen mit früher eingenommenen Medikamenten
werden dort genauso berücksichtigt wie Ihre Wünsche hinsichtlich
zukünftiger Medikationen.
In den ersten Tagen nach Aufnahme werden einige körperliche Untersuchungen
durchgeführt. Diese dienen dazu, abzuklären, ob Sie körperlich
gesund sind. Dazu gehören z. B. ein körperliche Untersuchung
von einem unserer Ärzte, ein Bluttest, ein EKG, ein sog. EEG zur
Abklärung, ob bei Ihnen ein Anfallsleiden besteht, und ein sog. CCT
oder MRT, also eine Bildaufnahme Ihres Gehirns. Alle diese Untersuchungen
sind Routine und nicht schmerzhaft. Anschließend werden die Ergebnisse
mit Ihnen besprochen.
Zumeist steht Ihnen ein spezialisiertes Wochenprogramm zur Verfügung,
das sich an häufig mit Psychose verbundenen Problemen orientiert.
Es beinhaltet ein vielfältiges Angebot, das Menschen mit einer Psychose
häufig zur Gesundung bzw. Heilung brauchen. Ihr Bezugstherapieteam
wird auf der Station mit Ihnen ein für Sie richtiges und individuelles
Wochenprogramm zusammenstellen.
Ziel der Behandlung ist es, dass Sie sich so schnell wie möglich
wieder stabilisieren und dass Sie direkt nach der stationären Behandlung
und auch langfristig eine ausreichende Hilfe erhalten. Um dies zu erreichen
bzw. zu planen, braucht es ein wenig Zeit. Die meisten Patienten bleiben
zwischen zwei und sechs Wochen auf Station.
