Menschen mit einer Psychose werden im Wesentlichen mit fünf verschiedenen Medikamententypen behandelt:
Diese sind die Hauptmedikamente zur Behandlung von Psychosen. Sie reduzieren Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Denkstörungen. Ihre Gabe folgt der Beobachtung, dass bei Menschen mit Psychose ein Übergewicht an Dopamin – ein Überträgerstoff des Gehirns – besteht (siehe auch Ursachen – Störungen von Neurotransmittern). Antipsychotika blockieren im Gehirn sog. Dopaminrezeptoren, damit das überschüssige Dopamin seine schädliche Wirkung nicht entfalten kann.
Benzodiazepine werden meist in der Akutphase zusammen mit Antipsychotika angewendet. Sie wirken vor allem beruhigend, angstlösend und helfen, einen gestörten Schlaf wieder zu normalisieren. Nach Verbesserung der psychotischen Symptome werden Benzodiazepine wieder abgesetzt, da sie selbst abhängig machen können. Zumeist werden sie langsam reduziert und dann abgesetzt. Häufig angewendete Benzodiazepine sind Diazepam, Lorazepam und Oxazepam. Bei Schlafstörungen werden z. B. Zolpidem oder Zopiclon eingesetzt.
Stimmungsstabilisierer sind Phasenprophylaktika. Sie helfen Menschen mit Psychosen, die neben psychotischen Symptomen gleichzeitig Stimmungsveränderungen wie Manie oder Depression haben, dass Symptome der Manie und der Depression sich bessern und nicht oder abgemildert wieder auftreten. Häufig angewendete Phasenprophylaktika sind Lithium oder Valproat.
Antidepressiva helfen Menschen mit Psychose, die neben psychotischen Symptomen gleichzeitig Depressionen haben. Zudem werden sie auch bei ausgeprägter Negativsymptomatik eingesetzt. Zur Behandlung stehen eine Vielzahl von verschiedenen Antidepressiva zur Verfügung.
Anticholinergika werden als eine Art „Gegenmittel“ bei bestimmten durch Antipsychotika ausgelösten Nebenwirkungen eingesetzt, den sog. Extrapyramidal-motorischen Störungen (EPS). Biperiden ist ein häufig angewendetes Anticholinergikum.
