Hilfen für den Alltag
Stigmatisierung und Diskriminierung begegnen
Eine der größten Herausforderungen im Rahmen der Erkrankung
ist der Umgang mit den Reaktionen anderer Menschen. Vor allem der Begriff
der „Schizophr” ist immer noch mit vielen stigmatisierenden
Vorurteilen verbunden (siehe „10 Dinge, die Sie über Psychosen
wissen sollten”) , die zu einem Teufelskreis von Distanzierung und
Diskriminierung führt. In der Folge werden psychisch Kranke häufig
als „Irre" oder „Verrückte" abgestempelt. Bei
der Wohnungs- und Jobsuche sind sie häufig benachteiligt. Erfährt
das soziale Umfeld von der Erkrankung, wird Abstand genommen. Daraus resultiert,
dass Menschen mit Psychosen häufig sozial isolierter sind oder Schwierigkeiten
haben, Arbeit zu finden. Aus der Stigmatisierung erwächst also Diskriminierung
innerhalb der Gesellschaft, die sich auf vielfältige Weise ausdrückt:
von einer Abneigung, Menschen mit einer schizophrenen Erkrankung zu beschäftigen
bis hin zur sozialen Ausgrenzung.
Was Sie als Betroffene tun können
Stigmatisierung findet nicht nur in fremden Köpfen sondern auch im eigenen Kopf statt. Entsprechend kann es schwierig sein, dagegen anzukämpfen. Einiges können Sie trotzdem tun:
- Informieren Sie sich möglichst umfassend über Schizophrenie,
dann können Sie Meinungen, die auf Unwissenheit beruhen, mit fundierten
Fakten korrigieren.
- Versuchen Sie die Menschen in Ihrer Umgebung über Schizophrenie
zu informieren.
- Wenn Sie sich durch eine ignorante Meinung in einem TV-Programm oder
einem Zeitungsartikel gekränkt fühlen, schreiben Sie und beschweren
Sie sich.
- Bekämpfen Sie Diskriminierung. Wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaft,
wenn Sie Vorurteilen am Arbeitsplatz begegnen. Beschweren Sie sich bei
der Geschäftsleitung, wenn Sie als Kunde diskriminiert werden.
Was Sie als Nichtbetroffener tun können
- Mehr über psychischen Erkrankungen lernen: Je besser man über
psychische Erkrankungen Bescheid weiß, desto besser können
negative Stereotype und Vorurteile erkannt werden.
- Den Menschen, die selbst Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen
gemacht haben, zuhören: Diese Menschen können beschreiben,
was sie als Stigmatisierung empfinden und wie sich Stigmatisierung auf
ihr Leben auswirkt. Sie können selbst am besten sagen, wie sie
gesehen werden wollen und wie mit ihrer Erkrankung umgegangen werden
soll.
- Antworten Sie auf Stigmatisierung in Medien. Schreiben Sie selbst
an z. B. Fernsehsender, Presse oder Radio, wenn Ihnen im Programm Stigmatisierung
auffällt. Schildern Sie Ihre Bedenken und weisen Sie gegebenenfalls
auf seriöse Informationsquellen über psychische Erkrankungen
hin.
- Wenn jemand, den Sie kennen z. B. „schizophren” in einem
negativen, sinnentstellenden Zusammenhang verwendet, dann weisen Sie
ihn darauf hin. Gleiches sollte man natürlich tun, wenn eindeutig
negative und diskriminierende Äußerungen fallen. Ein kleiner
Hinweis darauf, dass niemand gegen psychische Erkrankungen immun ist,
tut in solchen Situationen manchmal Wunder.
- Weisen Sie auf die Verdienste von Menschen hin, die in erster Linie
Künstler, Schriftsteller etc. waren/sind, und deren psychische
Erkrankung lediglich ein Bestandteil ihres Lebens war/ist. Eine Schmälerung
des Lebenswerks aufgrund einer psychischen Erkrankung findet meistens
(glücklicherweise) nicht statt.